Gustav Mahler (1860-1911) Artist: Budapest Festival Orchestra, Iván Fischer Album: Mahler - Symphony No. 2 in c minor, 'Resurrection' (1894) Genre: Classical Item Number: Studio Master HD 24bit 192kHz Brand/Label: Channel Classics Release Date: 2006 Tracklisting: Symphony no. 2 in E minor, Op. 27; 1. Allegro maestoso 2. Andante moderato 3. In ruhig fließender Bewegung 4. Urlicht: Sehr feierlich, aber schlicht 5. Im Tempo des Scherzo Total Time: 01:22:13 Budapest Festival Orchestra Iván Fischer (conductor) Kálmán Strausz (chorus master) Birgit Remmert (mezzo-soprano) Lisa Milne (soprano) Hungarian Radio Choir Disc reviews Paul Hübner (magazin.klassik.com) Die zweieinhalb Jahre, die Gustav Mahler als Operndirektor in Budapest verbrachte, waren für seine Entwicklung von großer Bedeutung. Hier war er Direktor einer großen Operngesellschaft und konnte sich kompromisslos seiner Arbeit widmen. Der Dirigent Ivan Fischer war es, der in Ungarn einen wahren Mahlerkult in Gang setzte. Nach zahlreichen Aufführungen Mahlers Sinfonien rief Fischer 2005 das jährliche Mahlerfest ins Leben, zusammen mit der Mahlerenkelin Marina Mahler. Ein Zeugnis dieses Wirkens ist die Aufnahme der Auferstehungs-Sinfonie mit dem Budapest Festival Orchestra. Mahlers zweite Sinfonie ist eines der großen Bekenntniswerke, ist Weltanschauungsmusik. Thematisch knüpft sie direkt an seine erste an, doch erst mit der zweiten präsentiert sich Mahler als ein Sinfoniker, der über das Persönliche hinaus nach dem Höchsten strebt. In dieser Sinfonie verbinden sich Sinfonie, Volkslied, Kirchenchoral und Volksmusik und gehen eine umfassende Synthese menschlichen Lebens ein. Bei der Uraufführung bemängelte man die Maßlosigkeit des Werkes, über die schwer zu fassende Form und den übertriebenen Modernismus. Tatsächlich präsentiert Mahler seine zweite Sinfonie in bisher ungekannten Ausmaßen und Kontrasten: zehn Hörner, acht Trompeten, zwei Harfen, eine Orgel, großes Schlagwerk, zwei Vokalsolisten und ein großer gemischter Chor füllen das Podium. Hinter der Bühne steht noch ein Fernorchester, für den Konzertbesucher unsichtbar, als Symbol der Auferstehung. Das Werk füllt knapp anderthalb Stunden mit Musik und ist damit doppelt so lang wie vergleichbare Sinfonien dieser Zeit. Höchstens Bruckner nähert sich mit seiner fünften und achten Sinfonie solchen Ausmaßen. Mahlers zweite Sinfonie trägt den Beinamen ‚Auferstehung’ und lässt sich somit in die Kategorie des ‘per aspera ad astra’ einordnen – wobei sie für solche Schubladen in jeder Hinsicht zu groß und zu vielschichtig ist. Der düstere, Unheil verkündende Beginn des ersten Satzes gibt jedoch einen Ton für die ganze Sinfonie vor. Erst im Laufe des Satzes wird deutlich, dass sich in ihm ein Trauermarsch verbirgt. Das darauf folgende Andante, ein schlichter Ländler, dessen Stimmung nur für einen Moment lang getrübt wird, steht dazu gänzlich im Kontrast. Das Thema des lakonisch anmutenden Scherzos ist eine geraffte, in Moll gefärbte Version der Ländlermelodie, und zugleich Mahlers Wunderhornlied der Fischerpredigt. Das Urlicht, der vierte Satz, ‘ist das Fragen und Ringen der Seele um Gott und um die eigene göttliche Existenz über dieses Leben hinaus’ (Gustav Mahler). In den in sich gekehrten Schluss fährt jäh das Finale hinein, ein chaotisches Schauspiel entfesselter Menschen angesichts des Jüngsten Gerichts. Jedoch: ‘Es erscheint die Herrlichkeit Gottes. Ein wundervolles, mildes Licht durchdringt uns bis an das Herz, alles ist stille und selig. Und siehe da: es ist kein Gericht, es ist kein Sünder, kein Gerechter, kein Großer und kein Kleiner, es ist nicht Strafe und nicht Lohn. Ein allmächtiges Liebesgefühl durchleuchtet uns mit seligem Wissen und Sein.’ Dieses Gefühl vermittelt Mahler durch den Auferstehungschoral, der sich mit großem Orchesterapparat umso eindrucksvoller vom vorhergehenden Tumult abhebt. Der Interpretation Ivan Fischers merkt man nicht nur den Mahlerkenner sondern vor allem auch den Mahlerbegeisterten an. Minutiös werden die Anweisungen der Partitur umgesetzt, Fischer versucht, jeder einzelnen Mahlerschen Intention auf den Grund zu gehen. Das gelingt tatsächlich hervorragend, nicht zuletzt wegen des sehr guten Orchesters, des Budapest Festival Orchestras. Im vierten Satz gefällt besonders Birgit Remmert mit einem geheimnisvoll mystischen Urlicht, voller Wärme in der Tongebung, eindringlich und zugleich angenehm unaufdringlich. Der in der Form so komplexe Schlusssatz – man beachte allein die Dauer einer guten halben Stunde – ist in sich geschlossen, ein steter roter Faden leitet den Hörer bis zur in Töne gesetzten Auferstehung. Wie Fischer große Spannungsbögen zieht, einen ständigen Fluss in der Musik schafft, ist wahrhaftes Hörvergnügen. Diese Aufnahme ist in jeder Hinsicht eine ernstzunehmende Erweiterung im Kanon der Mahlereinspielungen. http://www.channelclassics.com/fischer-23506.html http://www.prestoclassical.co.uk/r/Channel/CCSSA23506 http://magazin.klassik.com/reviews/reviews.cfm?TASK=REVIEW&RECID=9414&REID=5799 http://www.qobuz.com/album/budapest-festival-orchestra-ivan-fischer-the-hungarian-radio-choir-lisa-milne-birgit-remmert-mahler-symphony-no-2-in-c-minor-resurrection/0723385235064 -------------------------------------------------------------------------------- Analyzed: Budapest Festival Orchestra, Ivan Fischer / Gustav Mahler - Symphony No. 2 (Resurrection) in D Minor -------------------------------------------------------------------------------- DR Peak RMS Duration Track -------------------------------------------------------------------------------- DR15 0.00 dB -21.62 dB 21:39 01-I. Allegro maestoso DR15 -6.26 dB -29.32 dB 10:07 02-II. Andante moderato DR18 0.00 dB -24.58 dB 11:17 03-III. In ruhig fließender Bewegung DR16 -14.50 dB -37.41 dB 4:53 04-IV. Urlicht: Sehr feierlich, aber schlicht DR14 0.00 dB -19.96 dB 34:18 05-V. Im Tempo des Scherzo -------------------------------------------------------------------------------- Number of tracks: 5 Official DR value: DR16 Samplerate: 192000 Hz Channels: 2 Bits per sample: 24 Bitrate: 4471 kbps Codec: FLAC ================================================================================